Profil

Die Japanologie in Köln weist zwei unterschiedliche Schwerpunkte auf.

Ein Schwerpunkt liegt auf einer kulturwissenschaftlich orientierten Lehre und Forschung zu Japan mit einem besonderen Fokus auf dem Zeitraum frühe Neuzeit/Edo-Zeit bis Gegenwart. Das Verständnis von Kultur ist dabei ganz im Zeichen der kritischen Cultural Studies weit gefasst. Es umfasst neben den Bereichen Hoch-, Populär- und Subkulturen auch Regional- und Alltagskulturen und ist als politisches Projekt immer auch eng mit Fragen nach den zugrundeliegenden Machtstrukturen und den Funktionen für die Identitätsbildung verbunden. Die verschiedenen Lehrveranstaltungen eröffnen einen neuen, differenzierten und multiperspektivischen Blick auf die japanische Kultur und Gesellschaft, indem interdisziplinär auf eine Vielzahl an zentralen Forschungsansätzen und Theorien zurückgegriffen wird.  

Ein weiterer Schwerpunkt in Lehre und Forschung liegt im Bereich Didaktik des Japanischen. Da Japanisch eine agglutinierende Sprache mit komplexer Lexik und Graphem(at)ik ist, sehen sich deutsche Japanischlernende mit einer Sprache konfrontiert, die sowohl in ihren Strukturen als auch in ihrem Wortschatz und Schriftbild nur wenig Anknüpfungspunkte zu Bekanntem bietet. Auch wenn Lernende in der Schule schon mehrere Fremdsprachen erworben haben, benötigen sie für das Erlernen von Japanisch zum Teil andere Lernstrategien und Vorgehensweisen. Daher haben die fachdidaktischen Lehrveranstaltungen das Ziel, Forschungsergebnisse zum Thema „Japanisch als Fremdsprache“ mit Blick auf deutsche Lernende zielgruppengerecht anzuwenden und auszugestalten.  Neben Fragen der Anwendbarkeit didaktischer Ansätzen und Methoden aus anderen Fremdsprachen spielen Themen wie Individualisierung, Sprachenbiographien, Lehrwerkanalyse, Curriculumforschung, Kernlehrpläne und Bildungsstandards eine wesentliche Rolle.